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Mit mehr Gelassenheit zum Glück finden

Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich der Statistik- und Ökonometrie-Professor Uwe Jensen (Uni Kiel) mit dem Thema Glück – und wie man es messen kann. Im Interview verrät er, was wir von den glücklichen Menschen Norddeutschlands und Skandinaviens lernen können.

Herr Prof. Jensen, glaubt man weltweiten Glücksstudien, fühlt sich das Glück im Norden besonders heimisch – sowohl Skandinavien als auch Schleswig-Holstein belegen in Umfragen und wissenschaftlichen Analysen stets vordere Plätze. Was können die Gründe dafür sein?

Glücksforscher sind sich relativ einig, dass rund 50 Prozent der Glücksvariation genetische Ursachen haben. Da ist der Norden Deutschlands beziehungsweise Europas gut aufgestellt, wie zahlreiche Studien immer wieder belegen. Ein zufällig ausgewählter Schleswig-Holsteiner hat nämlich, trotz aller Wanderungsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg, mit einer größeren Wahrscheinlichkeit dänische Gene in sich als zum Beispiel ein Sachse.

Bei den Schleswig-Holsteinern sieht man diese guten Gene unter anderem in der sprichwörtlichen norddeutschen Gelassenheit, die Wissenschaftler als hohe emotionale Stabilität in den Daten finden, und den relativ geringen Sorgen über Probleme, die Bewohner anderer Bundesländer als belastender empfinden.

Weitere rund 20 Prozent Glücksvariation beruhen auf den Lebensverhältnissen (Alter, Gesundheit, Finanzen, Arbeit, Beziehungen). Nochmals 20 Prozent lassen sich auf sogenannte bewusste Aktivitäten wie Sport, Engagement oder Einstellungen zurückführen. Bei Sport und Engagement sind wir im Norden ebenfalls gut dabei, denn Schleswig-Holsteiner zeigen eine im Bundesvergleich hohe sportliche Aktivität und hohes ehrenamtliches Engagement, das oft Anerkennung und auch Lebenssinn bringt. Wer mitgezählt hat: Zehn Prozent fehlen noch. Diese entfallen auf Tageszufallsglück in den Umfragedaten.

 

Wie haben Sie persönlich als Statistiker zum Thema Glück gefunden?

Na, ist doch klar: Statistik macht glücklich (lacht). Aber abgesehen davon: Erst war das Glück ein Kapitel einer Mastervorlesung. Dann entwickelte sich aber eine ziemliche Nachfrage von Studierenden, zum Beispiel nach Bachelor- und Masterarbeiten zu dem Thema. Dann kam irgendwann die Nachfrage nach Vorträgen außerhalb der Uni und schließlich wachsende Nachfrage von Zeitungen, Zeitschriften sowie Radio- und Fernsehsendern.

 

Wie lautet die Quintessenz Ihrer jahrzehntelangen Forschung: Gibt es so etwas wie ein Glücksrezept oder eine allgemeingültige Formel für mehr Lebenszufriedenheit?

Die Formel, wenn es sie denn gäbe, sollte ich hier besser nicht verraten (lacht). Aber die Zutaten des Glücksrezepts sind schon genannt worden. An den Genen können wir (noch) nicht viel manipulieren. Aber die restlichen Stellschrauben bieten ausreichend Betätigungsfeld.

Man sollte seine körperliche und geistige Gesundheit nicht völlig vernachlässigen. Man sollte rechtzeitig – Stichwort Bildung! – beginnen und nicht aufhören, dafür zu sorgen, dass man einen befriedigenden Job bekommt und behält. Ich denke dabei explizit nicht nur ans Geld, sondern auch an Dinge wie Autonomie und Sinn. Ein befriedigender Job bietet idealerweise nämlich ein gewisses Maß an Autonomie (der Bereich, wo man frei entscheiden und sich entfalten darf) und das Gefühl, zu etwas Größerem beizutragen, wofür man Anerkennung (schon wieder!) erfährt.

Ausreichend Geld braucht man aber natürlich auch. Dazu kommen dann noch ein ausreichendes Maß an Sozialkontakten über Familie und Freunde, etwas, beispielsweise sportliche Aktivität und (ehrenamtliches) Engagement sowie eine Prise norddeutsche Gelassenheit. All dies kann man sich aber nicht als Medikament einfüllen und sollte es sich auch nicht verkrampft als Pflichtprogramm auftragen. Man muss gucken, was zu einem passt.

 

Welche Rolle spielt Materielles fürs Glück?

Eine schwierige Rolle! Der Volksmund weiß, dass Geld nicht glücklich macht, womit er zu einem gewissen Teil recht hat. Natürlich braucht man ein gewisses Maß an Einkommen und Besitz. Aber mehr Geld führt auch zu höheren Ansprüchen, die den Glückseffekt von Einkommenssteigerungen oder Lottogewinnen tilgen. Hinzu kommen Vergleiche und soziale Normen mit spannenden psychologischen Wirkungen. Also: Für ausreichend Geld sollte man sorgen, aber wenn das erreicht ist, sollte man, soweit möglich, das Hamsterrad um Besitz und Konsum verlassen und die anderen Teile des obigen Glücksrezepts lesen und beachten.

 

Die heutigen Zeiten sind unruhig und scheinen immer noch chaotischer zu werden. Wie kann es uns da gelingen, optimistisch und glücklich zu bleiben?

Erst mal sollte man in norddeutscher Gelassenheit hinnehmen, was nicht zu ändern ist. Dann sollte man sich um die Dinge kümmern, die trotzdem gehen: körperliche und geistige Gesundheit pflegen, Kontakte erhalten oder aufbauen, aktiv bleiben und sich nicht in die Opferrolle begeben. Und (ehrenamtlich) engagieren kann man sich gerade in Krisenzeiten ganz hervorragend. Das hilft anderen und einem selbst!

 

Zum Schluss: Was macht Sie persönlich glücklich?

Gesundheit, Familie und Freunde, ein sehr befriedigender und spannender Professorenjob und die guten Gene meines Opas väterlicherseits (aus dem deutsch-dänischen Grenzgebiet), der sehr bescheiden und gelassen war.

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Über den Kolumnenautor

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Oliver Schönfeld

Was ist eigentlich Glück? Ist es ein subjektives Gefühl oder lässt sich Glück objektiv messen? Hat Glück etwas mit Geld zu tun, zum Beispiel mit einem Lotteriegewinn? Denken Menschen in anderen Ländern ähnlich? Dieser und ähnlichen Fragen geht der Kolumnist Oliver Schönfeld jede Woche an dieser Stelle nach. Dabei nimmt er auch die Eurojackpot-Welt unter die Lupe und berichtet hautnah über aktuelle Themen, Trends und Kuriositäten.

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