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„Glück ist wie ein Muskel, den wir jeden Tag trainieren können“

Was ist Glück – wie können wir es steigern? Prof. Dr. Hanno Beck, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Pforzheim, Sachbuchautor unter anderem zum Thema Glück und früherer Wirtschaftsjournalist, beantwortet diese Fragen aus ökonomischer Sicht.

Herr Beck, wie würden Sie den Begriff „Glück“ definieren?

Zunächst einmal sollten wir zwischen Glück und Zufriedenheit unterscheiden. Zufriedenheit ist etwas Langfristiges und Dauerhaftes – etwa, wenn wir uns zurücklehnen, über unser Leben nachdenken und uns sagen: „Alles in allem geht es mir super.“ Glück hingegen beschreibt eher die kurzfristige Euphorie, die wir in besonderen Momenten erleben, zum Beispiel bei einem Lotteriegewinn oder auch bei einem persönlichen Erfolg.

Glück hat übrigens sehr viel mit Evolution zu tun: Das positive Gefühl, das wir in uns spüren, ist gleichsam eine Belohnung dafür, wenn wir etwas Neues erlernt haben.

Natürlich sind die beiden Begriffe Glück und Zufriedenheit sehr eng miteinander verwandt. Wer viele Glücksmomente in seinem Leben sammelt, dürfte – wenig überraschend – auch meist sehr zufrieden sein. Wichtig ist allerdings eines: Derartige Glückshighlights können wir natürlich nicht permanent erleben, das würde unser Gehirn gar nicht aushalten.

Können wir Glück erlernen?

Ja – davon bin ich überzeugt! Ich würde so weit gehen, dass Glück fast so etwas ist wie ein Muskel, den wir jeden Tag trainieren sollten.

Der erste Schritt dazu, glücklich zu werden, besteht darin, sich selbst überhaupt bewusst zu machen, was einen persönlich glücklich macht. Eine einfache Übung dazu: Schauen Sie sich abends beim Zähneputzen im Spiegel an und überlegen Sie sich – was hat Sie heute glücklich gemacht? Mit diesem Training für den Glücksmuskel können wir dem Ziel in kleinen Schritten näherkommen.

Allerdings kann und soll die Glücksforschung aus meiner Sicht keine Vorschriften machen. Das Motto „Tu dies oder das und du wirst glücklich sein“ wird nicht funktionieren. Allein in Deutschland gibt es 84 Millionen Wege zum Glück – jede Person sollte den eigenen Weg für sich entdecken. Glück ist immer etwas höchst Individuelles, die Forschung kann nicht mehr als Statistiken wiedergeben, eine durchschnittliche Messung abbilden, ohne dass daraus eine Faustformel für alle entsteht. Was die Glücksforschung allerdings vermag, ist es, uns Anregungen zu geben und zum Nachdenken anzuregen.

Und was kann unserem Glück im Weg stehen?

Wir Menschen sind leider oft sehr fokussiert auf die negativen Dinge im Leben. Wertvolles wie unsere Gesundheit nehmen wir als selbstverständlich wahr, ohne dafür wirklich dankbar zu sein oder uns diesen Wert zumindest gelegentlich zu vergegenwärtigen.

Was wir darüber hinaus nie tun sollten, ist es, uns mit anderen zu vergleichen – das kann nur unglücklich machen. Es gibt lediglich eine Person auf der Welt, mit der Sie sich vergleichen sollten: nämlich die Person, die Sie gestern waren. Die entscheidende Frage lautet: Bin ich heute eine bessere Version meiner selbst? Noch einmal: Machen Sie sich klar, was Sie glücklich macht. Und machen Sie das jeden Tag!

Wie wichtig sind Geld oder materielle Dinge für unser Glück?

Es ist paradox: Eigentlich sollte Geld uns viel glücklicher machen, als es das tatsächlich tut.

Es kann uns durchaus glücklich machen, Geld auszugeben. Dabei sollten wir aber einige Aspekte beachten – und das Geld richtig ausgeben. Ohne jetzt jemanden enttäuschen zu wollen: Der Porsche, den man sich zum Beispiel von einem Lotteriegewinn kauft, ist in dieser Hinsicht vielleicht keine gute Idee.

Denn Gegenstände haben eine blöde Eigenschaft: Wir gewöhnen uns sehr schnell an sie und dann verlieren sie ihren Reiz. Somit unterliegen materielle Dinge in gewisser Weise einem Abnutzungseffekt, was das Glück angeht – im Gegensatz zu Erlebnissen. Diese werden nicht alt. Ganz im Gegenteil: Im Rückblick, wenn wir uns erinnern, werden sie sogar immer noch besser. Damit haben Reisen, Konzertbesuche oder andere Erlebnisse, die uns wichtig sind, glückstechnisch einen enormen Vorsprung gegenüber dem Materiellen.

Der teure Sportwagen ist aber auch in einer weiteren ökonomischen Hinsicht eine schlechte Idee. Weil es sich dabei um eine ziemlich große Anschaffung handelt, spüren wir beim Kauf nur einmal das euphorische Gefühl. Wenn wir uns stattdessen für dasselbe Geld fünf- oder zehnmal etwas Schönes gönnen würden, könnten wir das Glücksempfinden auch entsprechend häufiger spüren.

Kann schon die Abgabe eines Lotterie-Spielscheins zu einem kleinen Glückserlebnis im Alltag werden?

In der Tat! Seien wir ehrlich: Im Grunde geht es gar nicht um die Erwartung, den Jackpot tatsächlich einmal gewinnen zu können. Genau genommen reicht es schon, darüber nachzudenken, was man alles mit einem Millionengewinn machen könnte. Ich denke, ich würde das Wenigste für mich behalten, stattdessen etwas Karitatives tun oder eine Stiftung gründen. In diesem Sinn ist der Spielschein, den man an der Pinnwand anbringt, so etwas wie ein kleines Stück vom Glück, von dem wir im Alltag träumen können.

Eine Frage zum Schluss: Was macht Sie persönlich glücklich?

Viele Menschen und viele Dinge gehören dazu. Meine Familie und meine Freunde. Auch mein Job als Professor, den ich sehr schätze, macht mich glücklich. Sport und Musikmachen sind ebenfalls sehr wichtig für mich. Oft bedeutet Glück für mich einfach auch nur, ein paar Stunden allein durch den Wald laufen zu können.

Zur Person

Prof. Dr. Hanno Beck: Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; danach Promotion zum Dr. rer. pol. über die Osterweiterung der Europäischen Union; anschließend Mitglied der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; seit 2006 Professor für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik an der Hochschule Pforzheim; zahlreiche Veröffentlichungen in Fachzeitschriften; Bücher u. a.: „Glück. Alles, was im Leben zählt“, „Der Alltagsökonom“; „Der Liebesökonom“, „Die Logik des Irrtums“.

 

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Über den Kolumnenautor

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Oliver Schönfeld

Was ist eigentlich Glück? Ist es ein subjektives Gefühl oder lässt sich Glück objektiv messen? Hat Glück etwas mit Geld zu tun, zum Beispiel mit einem Lotteriegewinn? Denken Menschen in anderen Ländern ähnlich? Dieser und ähnlichen Fragen geht der Kolumnist Oliver Schönfeld jede Woche an dieser Stelle nach. Dabei nimmt er auch die Eurojackpot-Welt unter die Lupe und berichtet hautnah über aktuelle Themen, Trends und Kuriositäten.

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Axel Weber

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