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„Glück führt zu Erfolg – nicht umgekehrt“

Unsere landläufige Vorstellung davon, was Glück ist und wie wir es erreichen, sollten wir komplett auf den Kopf stellen. Das empfiehlt der renommierte Wirtschaftspsychologe Prof. Dr. Florian Becker (Technische Hochschule Rosenheim). Im Interview gibt er Einblicke in seine Erkenntnisse aus über 20 Jahren wissenschaftlicher Arbeit.

Herr Prof. Becker, was ist Glück – und wie entsteht es?

In jedem Fall bedeutet glücklich werden nicht das, was viele von uns mit dem Begriff verbinden. Tief in unseren Ideen- und Wertevorstellungen ist immer noch ein Gedanke verankert: Wir müssen erfolgreich sein, hart arbeiten, Statussymbole und Reichtümer anhäufen – dann werden wir auch glücklich sein.

Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall, wie uns viele wissenschaftliche Daten zeigen: Glück ist weniger das Ergebnis von Erfolg und guten Lebensbedingungen, sondern vielmehr die Ursache dafür. Der Mechanismus läuft genau entgegengesetzt ab: Wer glücklich ist und dies ausstrahlt, wird quasi auch automatisch erfolgreich sein.

Also prägt das Bewusstsein doch das Sein?

In gewisser Weise ist das so. Ganz ehrlich: Wer möchte schon eine Person daten, die einen vollkommen unglücklichen Eindruck macht? Oder mit so einer Person befreundet sein? Welcher Chef wird einen Bewerber einstellen, der unglücklich wirkt? Genau das zeigen auch wissenschaftliche Untersuchungen. Wer weniger glücklich ist, hat infolgedessen weniger Erfolg.

Wir wissen aus langjährigen Längsschnittstudien: Wer mit 20 glücklicher ist, ist in vielen Lebensbereichen Jahre später besser aufgestellt. Glückliche Menschen leben länger und gesünder, haben tendenziell mehr Erfolg im Beruf, ein höheres Einkommen, mehr Reichtum, Glück in der Familie. Es geht nicht darum, hart für seinen Erfolg zu kämpfen, um dann irgendwann glücklich zu sein. Wenn du tief in dir glücklich bist, dann kommt mit der Zeit der Erfolg von selbst zu dir.

Und warum gelingt es nicht allen gleich gut, dieses innere Glück zu finden?

Ganz einfach: Viele bewegen sich nur in einer Dimension von Glück, nämlich dem Konsumieren und Genießen. Das kann zwar einer von verschiedenen Wegen zum Glück sein – allerdings ist er nicht besonders nachhaltig. Dieses hedonistische Glück wirkt nur kurzfristig und nutzt sich schnell wieder ab.

Zudem drohen wir dadurch in eine Art hedonistische Tretmühle zu geraten. Dann benötigen wir ständig neue Reize, ein noch größeres Auto oder einen noch tolleren Urlaub, um erneut dieses Glücksgefühl erleben zu können. Diese oberflächliche Glückssuche orientiert sich nur an Äußerlichkeiten – wir suchen das Glück in etwas, was nicht unserem alltäglichen Leben entspricht. Doch leider hat nach zwei Wochen Urlaub das Jahr noch 50 weitere Wochen, in denen wir uns vielleicht nicht glücklich fühlen.

Nachhaltiger ist es, das Glück im Tun zu finden, eine Tätigkeit zu suchen, die uns Sinn gibt. Etwa indem wir andere Menschen fördern oder etwas für die Natur tun.

Können wir lernen, dauerhaft glücklich zu werden?

Ja, das ist aus meiner Sicht möglich, wenn wir uns dabei auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen und bereit sind, an uns zu arbeiten. Dazu gehören einfache, geradezu triviale Dinge, beispielsweise gute Beziehungen mit anderen Menschen. Allerdings sind sie damit verbunden, dass wir häufiger unsere Komfortzone verlassen und an uns arbeiten.

Was zählt aus Ihrer Sicht noch zu den entscheidenden Glücksfaktoren?

Viele Dinge, die uns kurzfristig ein angenehmes Gefühl bereiten, rächen sich auf Dauer, zum Beispiel in gesundheitlicher Hinsicht. Statt wie der Durchschnittsbürger bis zu fünf Stunden täglich TV- und Streamingsender zu konsumieren, sollten wir auf mehr Bewegung achten. Sport, schon dreimal pro Woche, macht uns nachweislich glücklicher. Ebenso wichtig sind ein regelmäßiger, gesunder Schlaf und eine ausgewogene Ernährung. Auch Spaziergänge im Grünen und Meditation sind wirksame Ansätze. Das alles ist banal, und den meisten von uns sind diese Dinge bewusst – aber die Umsetzung ist nun einmal schwierig. Es handelt sich also nicht um ein Informationsdefizit, sondern um eine Frage der Motivation.

Wenn die Umsetzung und die Motivation so schwer sind – wie packen wir es an?

Zwei Hinweise dazu: Zum einen hilft es, sich persönlich Standards zu setzen und sich immer wieder an diese zu erinnern. Dazu gehört zum Beispiel: Was möchte ich essen und trinken, was ist meiner würdig – und was nicht? Welche Art von Tätigkeit erfüllt mich – und was tue ich nicht mehr? Was ist mein Standard für Freundschaften? Und zum anderen ist es wichtig, so etwas wie eine Vision für sich persönlich zu haben. Eine Idee davon, was wir erreichen wollen im Leben. Wenn wir uns darauf kontinuierlich konzentrieren, können wir eine reiche Ernte einfahren.

Zum Schluss: Was macht Sie persönlich glücklich?

Ich erlebe Sinnhaftigkeit, wenn es mir gelingt, Neugier für Psychologie zu wecken und ihren Nutzen zu vermitteln. Glücklich macht es mich vor allem, wenn ich anderen dabei helfen kann, ihr Potenzial zu entdecken und zu entfalten, ob unter den Studierenden oder auch im Coaching.

 

Zur Person

Erfolg entsteht im Inneren. Diplom-Psychologe Prof. Dr. Florian Becker erforscht und lehrt die Prinzipien dahinter seit über 25 Jahren. Der Psychologie-Professor zeigt in Beratungsprojekten, Vorträgen, Coachings, Trainings und Büchern, wie Positive Psychologie uns glücklicher und effektiver macht, wie wir Motivation entfesseln und erfolgreich kommunizieren. Florian Becker ist Autor zahlreicher Bücher, Zeitschriftenbeiträge und Blogartikel.

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Über den Kolumnenautor

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Oliver Schönfeld

Was ist eigentlich Glück? Ist es ein subjektives Gefühl oder lässt sich Glück objektiv messen? Hat Glück etwas mit Geld zu tun, zum Beispiel mit einem Lotteriegewinn? Denken Menschen in anderen Ländern ähnlich? Dieser und ähnlichen Fragen geht der Kolumnist Oliver Schönfeld jede Woche an dieser Stelle nach. Dabei nimmt er auch die Eurojackpot-Welt unter die Lupe und berichtet hautnah über aktuelle Themen, Trends und Kuriositäten.

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Axel Weber

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