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Dem eigenen Glück eine Chance geben

Wie viel Zufall steckt im Universum, was lässt sich zuverlässig vorhersagen? Und wo sind wir schlichtweg dem Chaos – oder auch dem persönlichen Glück – ausgeliefert? Der promovierte Physiker und Buchautor Florian Aigner gibt Antworten in unserem Interview.

Auf der einen Seite Naturgesetze, die strenge Bahnen vorgeben, auf der anderen das, was der Mensch unter „Glück“ versteht – kann das zusammenpassen? Kennt die Natur so etwas wie Zufall überhaupt?

Die Naturwissenschaft erlaubt uns, mit Formeln und Zahlen die Zukunft vorherzuberechnen. Wir können sehr gut vorhersagen, ob ein Asteroid die Erde treffen wird, und sogar der Wetterbericht klappt kurzfristig sehr gut. Man könnte meinen, dass die Wissenschaft den Zufall Schritt für Schritt abschafft und die Zukunft durch bessere wissenschaftliche Erkenntnisse immer vorhersehbarer wird. Das war im Zeitalter der Aufklärung die vorherrschende Sichtweise. Heute wissen wir aber: So einfach ist die Sache nicht. Chaostheorie und Quantenphysik zeigen uns, dass der Zufall tatsächlich tief in den Gesetzen der Natur verankert ist. Manche Dinge werden für immer unvorhersehbar bleiben – und vielleicht ist das auch ganz gut so.

Stehen die Lottozahlen vom nächsten Wochenende schon fest? Was würde ein Zufallsforscher auf diese Frage erwidern?

Nein, die Lottozahlen werden durch kleinste Winzigkeiten beeinflusst. Wenn ich jetzt in die Hände klatsche, ändert das höchstwahrscheinlich das Ergebnis der nächsten Lottoziehung. Man kann vielleicht hochgeschraubte wissenschaftsphilosophische Gedankenexperimente basteln und über „Paralleluniversen“ spekulieren, in denen alle Möglichkeiten wahr werden, sodass insgesamt betrachtet der Zufall doch irgendwie wieder ausgeschaltet wird – aber eigentlich bringt das wenig. Für uns Menschen ist die Welt zufällig, und daran lässt sich nichts ändern.

Inwieweit können wir – durch Fleiß, Wissen, gute Taten – unser Leben beeinflussen und verbessern? Oder ist am Ende alles, was uns passiert, reiner Zufall?

Ich glaube, dass gerade erfolgreiche Menschen die Rolle des Zufalls maßlos unterschätzen. Wer reich geworden ist oder eine tolle berufliche Karriere gemacht hat, der redet sich gerne ein, durch eigene kluge Entscheidungen erfolgreich geworden zu sein. Dass auch eine Portion Glück dazugehört, gibt man nicht so gerne zu – und doch ist es unbestreitbar. Natürlich heißt das aber nicht, dass man keinen Einfluss auf das eigene Schicksal hat. Man muss dem Glück schon eine Chance geben. Wer jeden Tag nur zu Hause auf dem Sofa verbringt und auf den glücklichen Zufall wartet, wird wenig Erfolg haben. Man muss seine Karten richtig spielen. Fleiß, Wissen und Intelligenz steigern sicher die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg. Aber der Zufall hat immer noch ein wichtiges Wort mitzureden. Und das bewirkt eben, dass es großartige Leute gibt, die im Leben fantastisch scheitern, und ziemliche Hohlköpfe, die durch unerhörten Zufall ganz nach oben gespült werden.

Sie haben immer wieder gegen die Schule des positiven Denkens gewettert. Was stört Sie daran?

Natürlich ist es eine gute Idee, das Positive im Leben zu sehen. Aber Ratgeberbücher, die uns einreden wollen, wir müssen nur positiv denken und geistige Wünsche ans Universum visualisieren, können gefährlich werden. Das führt zu einer Entsolidarisierung mit Menschen, die kein Glück im Leben hatten. Ihnen kann man dann vorhalten: „Hättest du doch bloß positiv gedacht! Jeder hat sein Schicksal selbst in der Hand! Wenn es dir schlecht geht, hast du dir das so ausgesucht!“ Das leugnet die Rolle des Zufalls, es ist falsch und menschenfeindlich.

Eine persönliche Frage zum Schluss: Was macht Sie glücklich?

Die größte Chance hat man, wenn man die eigenen Ansprüche nicht zu hoch schraubt. Eigentlich braucht man fürs Glücklichsein nicht viel: Wenn man gesund ist, wenn man keinen Hunger hat und nicht friert, und dann den Abend vielleicht noch mit guten Freunden oder einem spannenden Buch verbringt – was soll dann für das Glück noch fehlen?

 

Zur Person

Florian Aigner (39) aus Wien bezeichnet die Quantentheorie als seine wissenschaftliche Heimat. Nach der Promotion am Institut für theoretische Physik der TU Wien wechselte Aigner von der Forschung in den Wissenschaftsjournalismus. Bekannt wurde er unter anderem mit seinem Buch „Der Zufall, das Universum und Du“, das 2017 erschienen ist. Er nimmt den Leser mit auf eine Reise von der Physik über die Biologie bis zur Psychologie – auf der Suche nach der tiefen Bedeutung des Zufalls.

 

 

Über den Kolumnenautor

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Oliver Schönfeld

Was ist eigentlich Glück? Ist es ein subjektives Gefühl oder lässt sich Glück objektiv messen? Hat Glück etwas mit Geld zu tun, zum Beispiel mit einem Lotteriegewinn? Denken Menschen in anderen Ländern ähnlich? Dieser und ähnlichen Fragen geht der Kolumnist Oliver Schönfeld jede Woche an dieser Stelle nach. Dabei nimmt er auch die Eurojackpot-Welt unter die Lupe und berichtet hautnah über aktuelle Themen, Trends und Kuriositäten.

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Axel Weber

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