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Das Glück neu denken

Nur wenn wir unsere statischen Denkmuster verlassen, können wir das Glück neu entdecken. Das sagt die Neurowissenschaftlerin und Medienpsychologin Prof. Dr. Maren Urner. Im Interview erklärt sie, was es damit auf sich hat.

Frau Urner, haben Sie im Zuge Ihrer Forschungen eine Formel fürs Glück gefunden?

Nein, eine allgemeingültige Checkliste für Lebenszufriedenheit und Glück kann es mit Blick auf die Ergebnisse gar nicht geben. Das Wunderbare ist doch, dass wir alle unterschiedlich sind. Was dem einen hilft, ein glücklicheres Leben zu führen, kann für andere vollkommen unerheblich sein. Dennoch gibt es natürlich ein paar grundsätzliche Dinge, die im menschlichen Gehirn für Glücksgefühle und Wohlbefinden sorgen. Nur eines kann ich uneingeschränkt empfehlen: Bei allen Patentrezepten, die uns Glück auf Knopfdruck versprechen, sollten wir skeptisch und vorsichtig sein.

Und wie können wir dann herausfinden, welcher Weg für uns individuell der richtige ist?

Achtsamkeit! Wir sollten uns zunächst selbst besser kennenlernen. Was machen soziale Begegnungen, Sport oder Erlebnisse in der Natur mit mir? Was ist für mich persönlich wirklich wichtig und wohltuend? Wenn wir unsere wahre Natur erkennen, kommen wir dem Ziel schnell viel näher. Wir dürfen uns bei der Glückssuche nicht nur ständig selbst im Weg stehen!

Wo wartet konkret das Glück auf uns?

Überall. Glücksmomente können wir jeden Tag erleben – wir müssen sie nur zulassen und uns bewusster machen. Zum Beispiel die vielen kleinen alltäglichen Begegnungen, das Sich-Anlächeln, das Türaufhalten, ein In-den-Arm-Nehmen. Genauso macht es uns glücklich, anderen zu helfen. Studien zeigen: Für andere da zu sein, tut uns selbst sogar noch viel besser als dem Gegenüber.

Wie wichtig ist Erfolg im Job für unser Lebensglück?

Das Arbeitsleben kann einen großen Anteil daran haben, dass wir uns wohlfühlen, vor allem auch mit Blick auf die übergeordnete und langfristige Lebenszufriedenheit. Dabei geht es allerdings weniger um Statussymbole, die nächste Beförderung oder Gehaltserhöhung. Sondern viel stärker darum, Sinnstiftung in dem zu finden, was wir beruflich tun und dafür Wertschätzung zu erhalten.

Aber spielen materielle Aspekte nicht auch eine bedeutsame Rolle?

Ja, aber nur bis zu einem gewissen Maß. Was unser Gehirn gar nicht mag, ist Unsicherheit. Wenn ich im Vergleich zu meinem Lebensumfeld über deutlich weniger Geld verfüge, kreiert dies Dauerstress. Die lebenswichtigen Grundbedürfnisse wie Ernährung, Schlaf und Zuflucht sollten natürlich erfüllt sein. Studien zeigen aber, dass ab einer gewissen Einkommens- oder Vermögensschwelle Geld nur noch zu einem verschwindend geringen Anstieg der Lebenszufriedenheit führt.

Was meinen Sie, wie wird sich Corona langfristig auf unser Glück auswirken?

Krisen sind in ihrer ursprünglichen Bedeutung Wendepunkte und ich denke, wir können sie stärker als bisher als Chance begreifen, die Dinge neu zu bewerten. Im besten Fall erkennen wir, was uns wirklich wichtig ist und wie bedeutend etwa soziale Kontakte für uns sind. Wenn wir wollen, kann uns diese schwierige Phase zu einem neuen, dynamischen Denken verhelfen. Denn um die Krisen unserer Zeit zu meistern, müssen wir unser Denken und unsere Denkmuster ändern.

Was verstehen Sie unter dynamischem Denken?

Ich habe den Begriff basierend auf neuen Erkenntnissen der neurowissenschaftlichen und psychologischen Forschung abgeleitet. Ganz kurzgefasst: Wir brauchen mehr Neugier, Mut und Verstehen, um Herausforderungen kreativ und lösungsorientiert angehen zu können. Wir sollten nicht mehr ständig über das „wogegen“, sondern das „wofür“ und „wohin“ nachdenken und sprechen. Der Wandel im Denken führt zu einem nachhaltigen Leben – geprägt von Miteinander, Sinnstiftung und positiven Beziehungen. Wenn jeder bei sich selbst beginnt, neue Denkmuster zu pflegen, verfügen wir zusammen über unglaubliche Potenziale. Denn genau genommen kann sich unser Gehirn und damit wir gar nicht nicht verändern!

 

Zur Person

Prof. Dr. Maren Urner (geboren 1984) ist Neurowissenschaftlerin und Professorin für Medienpsychologie an der HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln. Nach dem Studium der Kognitions- und Neurowissenschaften in Deutschland, Kanada und den Niederlanden wurde sie am University College London promoviert. Seit ihrem Bestseller „Schluss mit dem täglichen Weltuntergang“ (2019) ist sie eine viel gefragte Keynote-Speakerin. Ihr aktuelles Buch und Spiegel-Besteller trägt den Titel „Raus aus der ewigen Dauerkrise“ (2021).

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Über den Kolumnenautor

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Oliver Schönfeld

Was ist eigentlich Glück? Ist es ein subjektives Gefühl oder lässt sich Glück objektiv messen? Hat Glück etwas mit Geld zu tun, zum Beispiel mit einem Lotteriegewinn? Denken Menschen in anderen Ländern ähnlich? Dieser und ähnlichen Fragen geht der Kolumnist Oliver Schönfeld jede Woche an dieser Stelle nach. Dabei nimmt er auch die Eurojackpot-Welt unter die Lupe und berichtet hautnah über aktuelle Themen, Trends und Kuriositäten.

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Axel Weber

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