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Das Glück in uns selbst finden

Glück beginnt dann, wenn wir der Welt um uns herum offen begegnen und sie bewusster wahrnehmen. Das sagt der Wissenschaftler und Glücksexperte Michael von Brück. Sein Rezept für ein „waches Leben“ verrät er im Interview.

Herr Prof. von Brück, wie würden Sie Glück definieren?

Glück ist immer das, was ich individuell als Glück empfinde und was ich für mich in meinem Lebenszusammenhang fruchtbar machen kann. Wichtig ist die grundsätzliche Unterscheidung zwischen dem, was mir widerfährt, und dem, was ich bin. Es gibt viele Situationen, die wir als Glück empfinden können, einen glücklichen Zufall, zum Beispiel einen Lotteriegewinn, vielleicht auch den Kauf eines Autos. Allerdings wissen wir aus vielen Lebenssituationen, dass ein solches Glücksgefühl nicht lange anhält. An das neue Auto gewöhnt man sich, und so ist materielles Glücksempfinden nur von kurzer Dauer. Glück, das wir in uns selbst finden, kann länger anhalten.

Viele Sprachen unterscheiden deshalb zwischen dem glücklichen Zufall – als Gabe der Glücksgöttin Fortuna – und dem inneren Glücksempfinden. Das äußere Glück kann kein Dauerzustand sein, sondern besteht aus einzelnen, flüchtigen, immer wieder neuen Glücksmomenten. Aber auch inneres Glücksempfinden muss stets neu entstehen, entwickelt und dann gepflegt werden.

Und kann man Glück messen?

Objektive Maßstäbe für Glück zu definieren, erachte ich als sehr schwierig. Natürlich kann man Menschen zu ihrer Lebenszufriedenheit befragen, aber schon diese Antworten hängen davon ab, ob ich zum Beispiel eher Optimisten oder eher Pessimisten befrage.

Wer oder was macht uns zum Optimisten?

Der Mensch ist nicht determiniert, aber konditioniert – durch die Gene, durch das jeweilige soziale Umfeld, durch individuelle Erfahrungen seit frühester Kindheit. Die gute Nachricht: Wir können jeden Tag an uns arbeiten und uns weiterentwickeln, um optimistischer auf die Welt zu blicken. Angst jedenfalls ist stets ein schlechter Ratgeber. Wir sollten uns nie von Ängsten leiten lassen, sondern in jeder Situation nach Alternativen und Lösungswegen suchen.

Für den bedeutenden Psychologen und Humanisten Erich Fromm ist Glück eine Leistung, die aus der inneren schöpferischen Potenz und Kreativität beziehungsweise „Produktivität“ entsteht. Produktive Kreativität meint in diesem Zusammenhang unser Denken, Fühlen und Handeln – alles Dinge, die ich gezielt durch Üben verändern kann. Ein wichtiger Begriff dabei lautet „Resonanz“. Die Frage ist: Spüre ich Gemeinschaft und ein Aufgehoben-Sein, und erhalte ich Resonanz auf meine Produktivität? Wenn dies der Fall ist, erfahre ich tiefes inneres Glück und Freude. Dies ist es, was uns allmählich verändern und neu konditionieren kann. Im Grunde geht es darum, aus der Um-Welt eine Mit-Welt zu machen.

Wird sich unsere Vorstellung von Glück nach Corona ändern?

Sicherlich ist es eine wichtige Lernerfahrung, dass viele von uns nun klarer erkannt haben, wie wichtig Zusammenarbeit und soziales Miteinander sind. Negative Erfahrungen schocken uns. Aber tatsächlich sind es die positiven Lebenserfahrungen, die uns wirklich weiterbringen und verändern.

Und wie würden Sie dieses Verändern angehen?

Wir müssen verstehen, dass jeder einzelne Lebensaugenblick kostbar ist und dass wir jeden Moment bewusst und aktiv wahrnehmen und gestalten können – dann finden wir Glück in den zahllosen kleinen Dingen, wie zum Beispiel im Anblick dieser blühenden Rose. Je größer die Aufmerksamkeit auf diesen einmaligen Moment, desto intensiver wird das Glücksempfinden sein. In dieser Situation sind wir dem Rhythmus der Natur und des Lebens, das sich immer wieder von selbst erneuert, ganz nah. Dankbarkeit ist die Folge; sie ist eine wichtige Bedingung für Glück.

Es ist nie zu spät, mit dieser Sichtweise auf das Glück zu beginnen. Dafür haben wir nur eine Frage zu beantworten: Wollen wir uns für ein bewusstes Wahrnehmen, für eine konzentrierte Aufmerksamkeit hier und jetzt, also für ein waches Leben entscheiden?

 

Zur Person

Michael von Brück war bis 2014 Professor für Religionswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Gegenwärtig hat er eine Honorarprofessur an der Katholischen Privatuniversität Linz inne. Er ist Yoga- und Zen-Lehrer und Rektor der Palliativ-Spirituellen Akademie in Weyarn. Zu seinen Themenschwerpunkten Buddhismus, Hinduismus und interkultureller Dialog erschienen zahlreiche Publikationen.

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Über den Kolumnenautor

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Oliver Schönfeld

Was ist eigentlich Glück? Ist es ein subjektives Gefühl oder lässt sich Glück objektiv messen? Hat Glück etwas mit Geld zu tun, zum Beispiel mit einem Lotteriegewinn? Denken Menschen in anderen Ländern ähnlich? Dieser und ähnlichen Fragen geht der Kolumnist Oliver Schönfeld jede Woche an dieser Stelle nach. Dabei nimmt er auch die Eurojackpot-Welt unter die Lupe und berichtet hautnah über aktuelle Themen, Trends und Kuriositäten.

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Axel Weber

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