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„Dankbarkeit lernen heißt Glück lernen“

Glück lernen – geht das überhaupt? Aber ja doch, sagt Tobias Rahm, Glücksforscher von der TU Braunschweig. Im Interview gibt er seine persönlichen Tipps weiter.

Sie beschäftigen sich in Ihrer Forschung unter anderem mit Methoden aus der positiven Psychologie. Können wir Glück lernen?

Die kurze Antwort ist ein deutliches Ja.

Die längere Antwort erfordert, dass wir zunächst mal definieren, worüber wir sprechen. Die Glücksforschung bietet viele unterschiedliche Konzepte, die beschreiben sollen, was Glück wissenschaftlich gesehen ist. Die meiner Meinung nach beste Annäherung an unseren Alltagsbegriff „Glück“ bietet das subjektive Wohlbefinden, das schon in den 80er-Jahren vom amerikanischen Psychologieprofessor Ed Diener eingeführt wurde. Demnach haben glückliche Menschen häufig positive Emotionen, selten (nicht gar nicht!) negative Emotionen und eine hohe allgemeine Zufriedenheit mit ihrem Leben.

In einem von mir entwickelten „Glückstraining“ (Rahm & Heise, 2019) lernen die Teilnehmenden verschiedene Möglichkeiten kennen, um die eigenen „Glückskompetenzen“ zu verbessern.

 

 

Können Sie ein Beispiel dafür geben, wie wir unser Glück trainieren können? Was ist wichtig dabei?

Ein besonderer Fokus liegt darauf, wie man es besser schaffen kann, die schönen Dinge um uns herum bewusst wahrzunehmen und wertzuschätzen und die damit verbundenen positiven Emotionen zu vermehren und zu intensivieren. Wenn Sie zum Beispiel ein Eichhörnchen sehen und sich darüber freuen, dann ist es gut, wenn Sie nicht gleich weitergehen, sondern stehen bleiben und das gute Gefühl auskosten. Außerdem geht es um das Setzen der richtigen Prioritäten, um Achtsamkeit und Dankbarkeit.

 

 

Welche Faktoren spielen für unser Glück eine entscheidende Rolle?

Soziale Kontakte sind immens wichtig für unser Glück, ebenso wie eine sinnstiftende Tätigkeit. Mehrere Studien zeigen zudem: Gutes zu tun ist nicht nur für den Empfänger hilfreich, sondern auch für die handelnde Person. Ehrenamtliche Aufgaben und gute Taten erhöhen unser eigenes Selbstwertgefühl, geben uns eine Bestätigung. Kurzum: machen uns glücklicher.

Besonders wichtig finde ich auch, immer wieder innezuhalten und sich zu reflektieren. Bin ich zufrieden mit dem, was ich tue? Habe ich meine Lebensziele noch im Blick? Und sind es wirklich meine eigenen Ziele – oder welche, die mir vom Elternhaus oder von der Gesellschaft aufgezwungen werden? Wenn wir uns selbst bewusster werden, können wir unser eigenes Glückserleben lernen und es trainieren.

Eine einfache Übung dazu: Stellen Sie sich vor, Sie finden in Ihrem Terminkalender eine vollkommen freie Woche. Im Beruf steht nichts an, die Wäsche ist gemacht, der Rasen ist gemäht. Was stellen Sie jetzt mit dieser Zeit an, wenn Sie alle Freiheiten hätten? Oft führt das Nachdenken über die eigenen Prioritäten zu spannenden neuen Einsichten. Was ist mir wirklich wichtig im Leben, bin ich auf dem richtigen Weg? Diese kritischen Fragen an uns selbst sollten wir immer wieder stellen.

 

 

Denken Sie, dass sich unsere Vorstellung vom Glück durch Corona verändern wird?

Ich habe sehr stark den Eindruck, dass die jetzige Krise für viele ein Impuls ist, um über ihren Lebensstil, ihren Konsum und Ähnliches nachzudenken. Ist alles gut so, wie es jetzt ist? Oder geht es vielleicht auch anders, etwa mit Blick auf Nachhaltigkeit und Ökologie? Derzeit ist in dieser Hinsicht vieles in Bewegung. Ein Beispiel: Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass die Deutschen besonders unglücklich sind in den Zeiten, in denen sie pendeln müssen. Vielleicht ist das flexiblere Arbeiten im Homeoffice – in Berufen, wo dies möglich ist – also einer der positiven Aspekte, die von dieser schwierigen Zeit bleiben werden.

 

 

Kann ein Millionen-Euro-Lottogewinn dazu beitragen, unser Glück dauerhaft zu steigern?

Wohlstand und Glück gehören natürlich in positiver Weise zusammen. Vermögen, etwa in Form eines Millionengewinns, bedeutet vor allem mehr Freiheit, mehr Autonomie, mehr Gestaltungsmöglichkeiten für das eigene Leben. Andererseits zeigen Studien, dass der Glücksboost, allein zum Beispiel durch eine Gehaltserhöhung, schnell wieder verpufft. Zwar führt mehr Geld auch zu mehr Glück – doch daran gewöhnen wir uns schnell.

Wichtig bei einem Lotteriegewinn wäre es mir persönlich, die Millionen nicht vordergründig in Materielles umzusetzen, sondern mir zu überlegen: Was möchte ich Sinnvolles mit der neuen finanziellen Freiheit tun? Was ist mir besonders wertvoll, was kann ich Sinnstiftendes unternehmen? Für mich würde das zum Beispiel bedeuten, noch mehr Glück in noch mehr Schulen bringen zu können und vielleicht eine Non-profit-Organisation aufzubauen. Mein genereller Rat für Lottogewinner: Investieren Sie vor allem in besondere Erlebnisse, weniger in materielle Dinge!

 

 

Sie bieten Ihre Glückstrainings speziell für Lehrer an. Warum gerade diese Zielgruppe? Und was ist nötig, um Schule zu einem glücklicheren Ort zu machen?

Lehrer sind eine Berufsgruppe, die stark durch psychische und psychosomatische Erkrankungen wie Burn-out und Depression betroffen sind. Auch die Rate der Frühpensionierungen ist bei ihnen überdurchschnittlich hoch. Dabei sollten doch gerade Schulen ein Ort der positiven Emotionen sein. Was läuft also falsch? Meiner Meinung nach treffen Lehrer im Berufsalltag auf strukturelle Anforderungen, auf die sie in ihrer Ausbildung gar nicht vorbereitet wurden. Deshalb ist es umso wichtiger, Pädagogen die Erkenntnisse der positiven Psychologie zu vermitteln – damit sie wiederum ihren Schülern „Glück“ vermitteln können.

Im Idealzustand sollten Schulen neben akademischem Wissen auch Fähigkeiten trainieren, die Schüler ein langfristig gesundes, erfolgreiches und glücklich-gelingendes Leben ermöglichen. Das Gemeinschaftsgefühl wird auf diese Weise gestärkt und das Schulklima verbessert. Forschungsergebnisse legen nahe, dass sich ein erhöhtes Wohlbefinden der Schüler positiv auf ihre Leistung auswirken kann. Um das nötige Rüstzeug zu vermitteln, führen wir schulinterne Lehrerfortbildungen durch. Allerdings würde ich mir wünschen, dass dieses Thema in der Aus- und Fortbildung der Pädagoginnen und Pädagogen noch viel mehr Priorität erhält.

 

 

Und was macht Sie persönlich glücklich?

Eichhörnchen! Die Tiere beim Spielen zu beobachten, zaubert mir stets ein Lächeln ins Gesicht. Generell ist es für mich ein Glücksbringer, Schönheiten der Natur zu entdecken, zu wertzuschätzen und zu genießen. Eine gute Zeit mit der Familie zu verbringen, die Entwicklung unserer Kinder zu sehen, das ist sehr wichtig. Und schließlich sind auch berufliche Erfolge – etwa wenn die Daten zeigen, dass das Training positive Effekte erzielt oder den Studierenden die Lehrveranstaltung gefällt – ein nachhaltiger Glücksfaktor.

 

Zur Person

Tobias Rahm ist Diplompsychologe und forscht und lehrt am Institut für Pädagogische Psychologie der TU Braunschweig. Neben seinem Promotionsprojekt ist er erfolgreich als Redner und Trainer in Sachen Glück tätig. Weitere Informationen unter www.tu-braunschweig.de/gluecksforschung.

 

Lust auf Eurojackpot? Mitspielen können Sie in allen Lotto-Annahmestellen und unter www.eurojackpot.de.

Über den Kolumnenautor

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Oliver Schönfeld

Was ist eigentlich Glück? Ist es ein subjektives Gefühl oder lässt sich Glück objektiv messen? Hat Glück etwas mit Geld zu tun, zum Beispiel mit einem Lotteriegewinn? Denken Menschen in anderen Ländern ähnlich? Dieser und ähnlichen Fragen geht der Kolumnist Oliver Schönfeld jede Woche an dieser Stelle nach. Dabei nimmt er auch die Eurojackpot-Welt unter die Lupe und berichtet hautnah über aktuelle Themen, Trends und Kuriositäten.

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